Ein Jumper`s knee ist eine sport- oder überlastungsbedingte Entzündung des Sehnenansatzes der Patellasehne. Es handelt sich um eine Insertionstendinopathie, einer Sehenveränderung an der Verbindungsstelle zwischen Kniescheibensehen und dem unteren Patellapol. Die Erkrankung wir auch Springerknie oder Patellaspitzensyndrom genannt.
Wird der Quadrizepsmuskel im Oberschenkel permanent sehr stark gefordert kann es durch die Zugkräfte zu einer mechanischen Überlastung der Patellasehne kommen und es entstehen kleinste Verletzungen (Mikrotraumata) der Sehne. Da Sehnen über einen sehr langsamen Stoffwechsel verfügen reicht zum Teil die Regenerationszeit nicht für eine körpereigene Heilung aus und es entsteht eine chronische Entzündungssituation. Selten führt die Entzündung zu einem so starken Gewebsuntergang der Sehne, dass diese reissen kann.
Die Erkrankung tritt besonders häufig bei jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren auf, deren Knie einer hohen Sprungbelastung ausgesetzt sind (z. B. Volleyballer, Basketballer).
Es bestehen Risikofaktoren die zu einem Jumper`s Knee führen können:
Unzureichende Oberschenkelmuskulatur begünstigt durch ein Muskelungleichgewicht
Übergewicht
Trainingsfehler - Betroffen sind häufig Hobbysportler, die im untrainierten Zustand ein zu hohes Trainingspensum angehen
unzureichende Erholungszeiten und mangendes Aufwärmen/Dehnen
ungeeignetes Schuhwerk
anatomischen Gegebenheiten:
Patella alte (hochstehende Kniescheibe)
Beinlängenunterschiede
Funktionelle, erworbene oder angeborene Fehlstellungen an Hüfte, Knie, Sprunggelenk oder Fuss
Eine Diagnose ist zur Erstellung einer Therapie wichtig. Nebst der Anamnese und körperlichen Untersuchung ist ein Röntgen aufschlussreich um Kalkablagerungen und Kalzifizierungen als Ausdrucke einer chronischen Sehnenentzündung zu erkennen. Veränderungen der Sehne selber lassen sich sehr gut im Ultraschall oder in der Magnetresonanztomographie (MRT) nachweisen
Auch wenn die Behandlung hartnäckig sein kann ist eine Operation sehr selten notwendig. Die konservativen Therapiemöglichkeiten eichen in den meisten Fällen aus.
Physiotherapie mit Dehnübungen und exzentrischem Muskeltraining, sowie einer Belastungspause stellt die Grundlage der Therapie dar. Weitere Therapiemassnahmen sind sinnvoll:
fokussierte Stosswellentherapie (fördert die Zellregeneration und die Durchblutungssituation)
Blutplasmatherapie (Entzündungshemmung und Zellregeneration)
Iontophorese (Entzündungshemmung und Schmerztherapie)
Kortisoninjektionen müssen vermieden werden (zusätzliche Sehnenschädigung)
Schmerzmitte bei Bedarf (nichtsteroidalen Antirheumatika – Diclofenac/Ibuprofen- als Tablette oder lokal anwendbar)
Bei Sportlern sollte auch immer eine Anpassung des Trainingsplans erfolgen.
Bitte wenden sie sich bei Fragen an unser Team der Orthopädie und Sportmedizin
Ben Schulz